Sarrasani- Sioux

Sarrasani- Sioux

Sioux-Indiander am Grab von

Karl May (Stummfilm)

Der Begriff "Sarrasani Sioux" bezieht sich auf die berühmten Auftritte von nordamerikanischen Sioux- Indianer im Zirkus Sarrasani, insbesondere in den 1920er Jahren, wo sie unter der Leitung von Hans Stosch-Sarrasani als exotische Sensation im "Wilden Westen" das Publikum begeisterten. Darunter war auch der damals bekannte Häuptling Big Snake, der ein Karl-May-Verehrer gewesen war.

Die Sioux- Krieger verehrten Karl May, der als Bewunderer ihrer Kultur galt, und ehrten sein Grab am 17.01.1928 in Radebeul. 

Voran marschierte die argentinische Gaucho-Kapelle Sarrasanis, einen Choral anstimmend. Feierlich bewegte sich der Zug dem Grabmal Karl Mays zu. Unter den Gästen befand sich der Dresdner Generalkonsul der Vereinigten Staaten, Arminius T. Haeberle, Zirkusdirektor Stosch-Sarrasani, Euchar Albrecht Schmid als Leiter des Karl-May-Verlages und Patty Frank (alias Eisenarm alias Isto Maza, bürgerlicher Name Ernst Tobis, (*19. Januar 1876 in Wien; †23. August1959 in Radebeul) war ein deutscher Artist, Indianerforscher, Schriftsteller und Museumsleiter).

"Wir stehen hier am Grabe eines Mannes, der der größte Freund der Indianer war", begann Patty Frank seine Begrüßungsrede auf englisch. "All sein Denken, all sein Tun war das eines Indianers. In mehr als 30 Büchern, die in der ganzen Welt verbreitet sind, ertählt er,  wie er seine roten Freunde verehrt. Seine Haut war weiß, sein Gesicht war weiß, aber sein Herz war rot wie jenes der roten Männer..."

Unter Trommelschlag näherten sich einige Indianer der Gruft, stimmten ein Klagelied an und legten 2 Kränze nieder. Big Snake stellte sich auf die Stufen des Grabmales und hielt eine gestenreiche Rede in der Sprache der Lakota (eine Stammesgruppe der Sioux, die Mr. Shoultz übersetzte. "Du großer toter Freund... Du hast unserem sterbenden Volk im Herzen der Jugend aller Nationen ein bleibendes Denkmal errichtet. Wir möchten dir Totempfähle in jedem Indianerdorf aufstellen. In jedem Wigwam sollte dein Bild hängen, denn nie hat der rote Mann einen besseren Freund gehabt als dich".

Vor der "Villa Bärenfett" begrüßte Klara May auf englisch ihre Gäste . Mit einem Tanz dankten es ihr die Indianer. Patty Frank zeigte ihnen die im Blockhaus angehäuften Schätze indianischer Kultur.

Dass es gerade Sioux gewesen sind, die Karl May ehrten, fand dessen Witwe bewundernswert. "Die Sioux waren (in Mays Erzählungen) von jeher immer die Todfeinde der Apatschen , also auch Winnetous und Old Shatterhands. Hier scheint eine eigenartige Laune des Schicksals gewaltet zu haben. Nicht Apatschen sind es gewesen, auch nicht die befreundeten Navajos oder Schoschonen, die dem toten Freund der Indianer eine Huldigung an seinem Grab in Radebeul bereiteten, sondern seine "früheren Feinde". 

 

Quellen:

- Wikipedia

- Fritz Glauber: Was ich mir dabei dachte

- Ludwig Gurlitt: Indianerromantik

- Dieter Sudhoff: Winnetou und Winder. In Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft Nr. 71/1987